Biodiversitäts - Blog

Neuste Beiträge

Freilandarbeit - Von Kameras, Wildschweinen & Heuschreckengesang

Autorin: Elena Isaiasz, TU Berlin

Diese Woche wollen wir dem TU Wissenschaftler Valentin Cabon über die Schulter schauen. In einem von der der Stiftung Naturschutz geförderten Projekt der TU Berlin beschäftigt er sich schon seit Mitte 2019 mit schweinischen Bewohnern Berlins. Das Besondere an dem Projekt: die Infrastruktur des im Verbundprojekt BIBS etablierten CityScapeLab wird hier für ein Folgeprojekt genutzt und so noch besser ausgelastet.

Die Entwicklung des Wildschweinbestandes und seine ökologischen Auswirkungen sind in Berlin ein höchst aktuelles und auch heiß diskutiertes Thema. Hier lebt nämlich mit 3000-5000 Tieren die größte Population städtischer Wildschweine in ganz Deutschland und die Zahlen steigen. Häufig kommen die Schweine vor allem in den an Waldgebiete grenzenden Berliner Bezirken vor.

Ehemalige Brache am Berliner Hauptbahnhof  Foto: Heiderose Häsler

Was meinen wir mit "Natur"? Ökologische Neuartigkeit als Beschreibungshilfe für Natur im Anthropozän

Autorin: PD Dr. Tina Heger, Universität Potsdam

Der Corona-Lockdown hat für viele Menschen noch einmal bestätigt: Natur tut gut. Ein Spaziergang im Park, ein Ausflug in den Wald, oder ein Picknick an einem See bringen Erholung. Mehr noch: am Feierabend oder am Wochenende „Natur“ zu genießen ist für viele Menschen wesentlicher Bestandteil eines erfüllten Lebens. Was dabei genau zu Natur zählt, spielt meist keine große Rolle. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Natur ein Sammelbegriff, der Pflanzen, Tiere, Grünflächen, Wälder, Gewässer oder auch Landschaften einschließt.

Komplizierter wird es, sobald man sich in den Bereich des Naturschutzes bewegt. Schnell stellt sich hier die Frage: Ist alles was grün ist Natur? Zählen städtisches Grün und Parks aus dieser Sicht auch zur Natur? Oder sind das nicht vielmehr kulturell geprägte, nicht mehr „natürliche“ Flächen? Wo verläuft die Grenze zwischen Natur und Kultur? Eng damit verknüpft ist auch die Frage: Welche Form von Natur erachten wir als schützenswert?

Entspannen im Grünen – das ist mitten in Berlin auf dem Tempelhofer Feld möglich Foto: Felix Noak

Die moderne Arche Noah

Autorin: Patricia Pätzold, Pressestelle Technische Universität Berlin 

Drei Gründe für die Systemrelevanz urbaner Grün- und Freiflächen

Die explodierende Nachfrage nach Grün in der Corona-Krise zeigt es wie durch ein Brennglas: Die Berliner Parks sind systemrelevant: für die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen, für das Klima und für die biologische Vielfalt. Sie sind wie eine moderne Arche Noah. In wachsenden Städten wie Berlin stehen grüne Freiräume jedoch häufig unter Druck, gelten als Luxus und müssen oft Bebauungsprojekten weichen. Für eine angemessene Pflege fehlen häufig die Ressourcen.

Prof. Dr. Ingo Kowarik vom Institut für Ökologie der Technischen Universität Berlin ist auch Berliner Landesbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege. Er forscht unter anderem zur Stadtnatur und den damit verbundenen Ökosystemleistungen, die wesentlich für das gute Leben in der Stadt sind. Er plädiert für die Erhaltung und den Ausbau von Stadtgrün und hat drei Gründe für die Systemrelevanz urbaner Grün- und Freiflächen zusammengetragen.

Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) (Foto: Christian Giese)

Künstliches Licht und Baumbestand beeinflussen die Aktivität von Fledermäusen in der Stadt

Autorin: Dr. Tanja Straka, Technische Universität Berlin

Berlin, die Hauptstadt der Fledermäuse. Nicht ohne Grund hört man dies häufig, wenn von Fledermäusen in Berlin die Rede ist, denn von den in Deutschland bekannten 25 Fledermausarten sind in Berlin 18 Arten zu Hause. Die hohe Anzahl an nachgewiesenen Fledermausarten in Berlin zeigt, dass die grüne Hauptstadt mit ihren vielen Grünflächen (Parkanlagen, Friedhöfe, etc.) und Gewässern vielen unterschiedlichen Fledermausarten geeignete Lebensräume bietet.

Menü schließen