Biodiversitäts - Blog

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Glockenblumen (Campanula) sind bei vielen unterschiedlichen Wildbienen sehr beliebt. Besonders Spezialisten sind auf sie angewiesen. Foto: Anita Grossmann

Autorin: Elena Isaiasz, TU Berlin

Als fleißige Helferin und Freundin des Menschen ist die Biene inzwischen in aller Munde. Als Bestäuberin von Nutzpflanzen und Wildpflanzen ist sie zwar wichtiger Teil unserer Nahrungskette, aber durch Pestizide und Habitatverlust stark bedroht. Land- und Stadtbienen sind dabei unterschiedlichen Herausforderungen ausgesetzt. Auch wenn Städte weniger Grünflächen haben, bieten sie meist mehr unterschiedliche Strukturen als Lebensräume, und es werden weniger Pestizide angewendet. Dies führt dazu, dass es in Städten pro Fläche 10 mal so viele Honigbienenvölker gibt wie auf dem Land. 

Wichtig zu wissen: Biene ist nicht gleich Biene! Wildbienen haben artspezifische Anforderungen an ihr Habitat. In Deutschland gibt es ca. 550 verschiedene Arten!

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Waschbär. Foto: Ernst-Burghard Hilse

Autorin: Dr. Sarah Kiefer, IZW

Wer robbt bei fast 40 Grad durch die Gegend und versucht Mücken zu fangen? Noch dazu mit der Ansage: „Aber bitte nur weibliche, vollgefressene!“?!

Wer macht sich die Mühe, im Garten regelmäßig die Anzahl der Blüten und Früchte von Gemüse zu zählen? Noch dazu mit der Ansage: „aber bitte systematisch – und alles schön genau aufschreiben!“

Wer meldet Beobachtungen von Tieren oder deren Spuren wie z.B. Kot? Noch dazu mit der Ansage: Aber bitte so genau wie möglich, die Uhrzeit der Meldung wäre schon auch gut!“

Wahrscheinlich sind das Teilnehmende in ihrem Citizen Science-Projekt. Citizen Science  (CS) heißt auf deutsch Bürgerforschung oder auch Bürgerwissenschaften. Darunter versteht man Forschung gemeinsam mit Menschen, die nicht beruflich als Wissenschaftler*innen arbeiten.

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Ambrosia ssp. kann starke allergische Reaktionen bei Menschen auslösen.

Autorin: Dr. Maud Bernard-Verdier, FU Berlin

Im Jahr 2017, als das BIBS-Projekt noch ganz am Anfang stand, besuchte eine Medizinstudentin aus Spanien, Sara Mejia Lanunciòn, unsere Gruppe (Jonathan Jeschke’s AG: die Gruppe Ecological Novelty), um ein kleines Forschungsprojekt durchzuführen. Sie war daran interessiert, medizinische Fragen mit Ökologie zu verbinden, und dachte, dass allergene exotische Pflanzen ein sehr geeignetes Thema dafür wären. Als Ökologin für Pflanzengemeinschaften, die sich auf grundlegendere Fragen der Gemeinschaftsbildung und Pflanzenevolution konzentriert, muss ich zugeben, dass ich bis dahin nicht darüber nachgedacht hatte, aber sofort neugierig war.

Allergien sind in den Städten auf dem Vormarsch und da unsere Zukunft mehr und mehr verstädtert werden soll, sind Pollenallergien und die damit verbundenen chronischen Atemwegserkrankungen eines der wichtigsten Gesundheitsprobleme unserer Zeit. Seit Jahrzehnten schon erforscht die medizinische Forschung die komplizierten und oft rätselhaften Wirkungsweisen von Allergien, was zu beeindruckenden globalen Kooperationen geführt hat (http://www.worldallergy.org/). Die Forschung ist sich heute allgemein darin einig, dass die menschliche Bevölkerung in den Städten aufgrund verschiedener Faktoren wie Quersensibilisierung durch Luftverschmutzung oder andere Allergene, fehlende Exposition in der Kindheit oder ein stressiger Lebensstil, immer empfindlicher auf Pollen reagiert.

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Der Himmel über Berlin ist nachts nicht dunkel. Foto: Chris Kyba

Autor*innen: PD Dr. Franz Hölker, Nadja Neumann, Dr. Andreas Jechow und Dr. Maja Grubisic (Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB))

Melatonin taktet die innere Uhr, dank einem hohen Melatoninspiegel werden wir abends müde. In einem internationalen Team haben wir Daten zur Auswirkung von Lichtverschmutzung auf die Melatoninbildung beim Menschen und bei Wirbeltieren ausgewertet. Das Ergebnis: Selbst die niedrigen Lichtintensitäten einer städtischen Lichtglocke reduzieren die Bildung des sogenannten Dunkelhormons.

Melatonin prägt den Tag-Nacht-Rhythmus beim Menschen und bei Wirbeltieren. Organe, Gewebe und Zellen stellen abhängig von der Konzentration dieses Hormons ihre innere Uhr. Melatonin steuert auch Prozesse wie Fortpflanzung und Wachstum. Über Lichtrezeptoren, beispielsweise auf der Netzhaut im Auge, nehmen Wirbeltiere und der Mensch Unterschiede in der Helligkeit ihrer Umgebung war. Wenn viel Licht auf die Rezeptoren wirkt, wird die Bildung von Melatonin unterdrückt. Bei Dunkelheit wird viel Melatonin gebildet.

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Nachtaufnahme einer Wildschweins in Berlin mit einer Wildtierkamera. Foto: Valentin Cabon

Autorin: Elena Isaiasz, TU Berlin

Diese Woche wollen wir dem TU Wissenschaftler Valentin Cabon über die Schulter schauen. In einem von der der Stiftung Naturschutz geförderten Projekt der TU Berlin beschäftigt er sich schon seit Mitte 2019 mit schweinischen Bewohnern Berlins. Das Besondere an dem Projekt: die Infrastruktur des im Verbundprojekt BIBS etablierten CityScapeLab wird hier für ein Folgeprojekt genutzt und so noch besser ausgelastet.

Die Entwicklung des Wildschweinbestandes und seine ökologischen Auswirkungen sind in Berlin ein höchst aktuelles und auch heiß diskutiertes Thema. Hier lebt nämlich mit 3000-5000 Tieren die größte Population städtischer Wildschweine in ganz Deutschland und die Zahlen steigen. Häufig kommen die Schweine vor allem in den an Waldgebiete grenzenden Berliner Bezirken vor.

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Ehemalige Brache am Berliner Hauptbahnhof. Foto: Heiderose Häsler

Autorin: PD Dr. Tina Heger, Universität Potsdam

Der Corona-Lockdown hat für viele Menschen noch einmal bestätigt: Natur tut gut. Ein Spaziergang im Park, ein Ausflug in den Wald, oder ein Picknick an einem See bringen Erholung. Mehr noch: am Feierabend oder am Wochenende „Natur“ zu genießen ist für viele Menschen wesentlicher Bestandteil eines erfüllten Lebens. Was dabei genau zu Natur zählt, spielt meist keine große Rolle. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Natur ein Sammelbegriff, der Pflanzen, Tiere, Grünflächen, Wälder, Gewässer oder auch Landschaften einschließt.

Komplizierter wird es, sobald man sich in den Bereich des Naturschutzes bewegt. Schnell stellt sich hier die Frage: Ist alles was grün ist Natur? Zählen städtisches Grün und Parks aus dieser Sicht auch zur Natur? Oder sind das nicht vielmehr kulturell geprägte, nicht mehr „natürliche“ Flächen? Wo verläuft die Grenze zwischen Natur und Kultur? Eng damit verknüpft ist auch die Frage: Welche Form von Natur erachten wir als schützenswert?

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Entspannen im Grünen – das ist mitten in Berlin auf dem Tempelhofer Feld möglich. Foto: Felix Noak

Autorin: Patricia Pätzold, Pressestelle Technische Universität Berlin 

Drei Gründe für die Systemrelevanz urbaner Grün- und Freiflächen

Die explodierende Nachfrage nach Grün in der Corona-Krise zeigt es wie durch ein Brennglas: Die Berliner Parks sind systemrelevant: für die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen, für das Klima und für die biologische Vielfalt. Sie sind wie eine moderne Arche Noah. In wachsenden Städten wie Berlin stehen grüne Freiräume jedoch häufig unter Druck, gelten als Luxus und müssen oft Bebauungsprojekten weichen. Für eine angemessene Pflege fehlen häufig die Ressourcen.

Prof. Dr. Ingo Kowarik vom Institut für Ökologie der Technischen Universität Berlin ist auch Berliner Landesbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege. Er forscht unter anderem zur Stadtnatur und den damit verbundenen Ökosystemleistungen, die wesentlich für das gute Leben in der Stadt sind. Er plädiert für die Erhaltung und den Ausbau von Stadtgrün und hat drei Gründe für die Systemrelevanz urbaner Grün- und Freiflächen zusammengetragen.

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Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii). Foto: Christian Giese

Autorin: Dr. Tanja Straka, Technische Universität Berlin

Berlin, die Hauptstadt der Fledermäuse. Nicht ohne Grund hört man dies häufig, wenn von Fledermäusen in Berlin die Rede ist, denn von den in Deutschland bekannten 25 Fledermausarten sind in Berlin 18 Arten zu Hause. Die hohe Anzahl an nachgewiesenen Fledermausarten in Berlin zeigt, dass die grüne Hauptstadt mit ihren vielen Grünflächen (Parkanlagen, Friedhöfe, etc.) und Gewässern vielen unterschiedlichen Fledermausarten geeignete Lebensräume bietet.

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